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Samstag, 3. Februar 2018

Das duerfen Sie nicht!

‎In den Kammerspielen sind die Rollstuhlplaetze in der letzten Reihe ganz oben im letzten Rang. Um besser sehen zu koennen, gibt es eine Hebeplattform. Da ich wusste, wo sich mein Rollstuhlplatz befindet, fuhr ich alleine hin und fuhr mit der Hebeplattform so hoch, dass ich ueber die vor mir sitzenden Gaeste drueber sah.

Kurze Zeit spaeter kam eine Mitarbeiterin und fragte mich, wer mir die Plattform in Gang setzte.‎ Meine Antwort: 'Ich'. Prompt kam die Aussage: 'Das duerfen Sie nicht!'

Samstag, 18. Juli 2015

Er moechte seine Beine ausstrecken

‎Nach langer Zeit war ich wieder einmal in Kosmos Theater. Mit dem Treppenlift gibt es fast keine Probleme rein zu kommen, ausser es wird die Rollstuhlglocke nicht gehoert.

‎Ich bekam einen Rollstuihlplatz vor der 1. Sitzreihe zugeteilt. Kaum sass ich auf meinem Platz und die Billeteurin war ausser Hoerweite, begann ein Mann hinter mir rumzumotzen. Es stellte sich heraus, dass er sich durch meinen Rollstuhl in seiner Beinfreiheit eingeschraenkt fuehlt. Er wollte seine Beine ausstrecken, und ich war ihm damit ein Dorn im Auge.
Um eine Streit aus dem Wege zu gehen, stellte ich mich einige Plaetze weiter weg. Kurz darauf stand die Billeteurin vor mir und wollte wissen, warum ich nicht auf den mir zugeteilten Platz stehe. Ich erklaerte ihr, dass sich der Mann hinter mir gestoert fuehlt, weil er seine Beine ausstrecken möchte.
Kurze Zeit spaeter kam sie mit einem Getraenkegutschein zurueck und meinte, der waere fuer den misslichen Umstand, den ich erfahren habe.
Das ist aber eine nette Entschuldigung fuer das, wofuer sie gar nichts kann!


Sonntag, 18. November 2012

Seitenblicke Night Tour fuer Licht ins Dunkel

Vor einigen Tagen war im TV zu sehen "Purkersdorfer Beisl Nikodemus sammelte 41.000,- Euro Spenden fuer Licht ins Dunkel". Ist ja schön und gut, daß Leute spenden. Was mir jedoch bitter aufstößt ist, für was das Geld verwendet wird. Nicht für Rampen, damit Rollstuhlfahrer stufenlos in Lokale kommen, nicht für den Einbau von Behindertentoiletten, nicht für die Schaffung von Rollstuhlplätzen bei Freiluftkonzerten. Für was das Geld verwendet wird, weiß keiner wirklich. Ich hätte eine bessere Idee: Baut mit dem Geld eine barrierefreie Stadt. Wer weiß, ob ihr Gutmenschen (Spender), diese Barrierefreiheit nicht auch selbst demnächst braucht!

Mittwoch, 26. September 2012

Und wer ...?

Dieser Tage lese ich, dass der Musikverein die Kampagne startet "Solidaritaet mit Krebspatienten".
Da stell ich mir doch gleich die Frage, und wer solidarisiert sich mit RollstuhlfahrerInnen, damit beim Musikverein zukuenftig der Ticketbereich ohne Stufen zugaenglich sein wird?

Hoechstwahrscheinlich niemand! Denn es reicht ja durchaus aus pro forma Rollstuhlplaetze zu haben, die niemand benutzt, weil RollstuhlfahrerIn nicht zum Kartenschalter kommt.
Stufeneingang zum Kassenraum des Musikvereins

Mittwoch, 16. Februar 2011

So geht's auch

... wie das Volkstheater beweist, indem man die Anzahl der Rollstuhlplatze nennt - im Konkreten sind es 12 - und keine Geheimwissenschaft daraus macht, wie so viele andere Theater. Weiter so!

Freitag, 31. Dezember 2010

Keine Rollstuhlplätze im Verkauf

Zu den Silvester-Feierlichkeiten wollte ich mir im Akzent-Theater eine Rollstuhlkarte kaufen - wohlgemerkt wollte! Ich wußte, es gibt dort (mindestens) zwei Behindertenstellplätze. Doch dieses Mal war alles anders.

Als ich die Karte kaufen wollte, teilte mir die Dame an der Kasse mit, daß für die Silvester-Vorstellung keine Rollstuhlplätze verkauft werden!

Der Grund liegt auf der Hand, für einen Rollstuhlplatz müßten zwei Sitzplätze geopfert werden, die man natürlich zu einem anderen Preis verkaufen kann als einen Rollstuhlplatz.

Nur frage ich mich, warum schafft man dann nicht Rollstuhlplätze, die keine Sitzplätze wegnehmen? Platz wäre.

Sonntag, 17. Oktober 2010

Begleitperson hin oder her

Mein Bekannter im Rollstuhl fragte mich, ob wir uns gemeinsam die Shaolin-Mönche anschauen wollen. Da wir bis zum Abend der besagten Veranstaltung keine Möglichkeit gehabt hatten, zu Karten zu kommen, fragten wir an der Abendkassa ob es noch zwei Rollstuhlkarten gibt. Zu meinem Erstaunen gab es noch welche, doch der Preis pro Karte betrug 34,00 Euro, war mir zu teuer war. Der Herr an der Kasse händigte meinem Bekannten eine Rollstuhlkarte aus, während ihm sein Chef dabei zuschaute.



Ich verabschiedete mich mit den Worten, sorry, das ist mir zu teuer. Unsere Wege trennten sich, er fuhr in den Saal und ich nahm den Weg zum Ausgang. Auf dem Weg zum Auto holte mich der Chef von der Kassa ein und fragte mich, warum ich mir nicht die Vorstellung anschaue.

Ich erklärte ihm, daß mir die Karte zu teuer wäre, er meinte darauf: "Aber sie können doch seine Begleitperson sein," Ich fragte: "Wie, ein Rollstuhlfahrer ist für einen anderen Rollstuhlfahrer die Begleitperson", er: "Ist doch egal, es sind sowieso noch Rollstuhlplätze frei".



So hatte ich das ganze noch nie betrachtet, und fuhr schmunzelnd zum mir zugedachten Platz.

Sonntag, 22. August 2010

So geht's auch

Letztens kaufte ich mir eine Rollstuhlkarte für ein Konzert in der Stadthalle. Ich kam am Tag des Konzertes hin und war etwas irritiert, weil das Konzert nicht in der üblichen Halle F stattfand - alles war dunkel. Zuerst dachte ich, das Konzert wäre abgesagt. Gott sei Dank hatte noch der Kartenverkauf offen, ich fragte den Mitarbeiter, der mir Tage zuvor die Karte verkauft hat, was mit dem Konzert sei. Er erklärte mir, daß dieses Konzert in der Halle E stattfindet, stufenlos zugänglich über die Hütteldorferstraße und dann weiter über die Rampe in Richtung Ehrentribüne.



Dort angekommen zeigte ich die Eintrittskarte vor, der Chef-Billeteur sagte zu seinem Kollegen, kümmere dich darum und ging weg. Der Billeteur nahm meine Karte und sagte zu mir, daß es bei dieser Veranstaltung keine Rollstuhlplätze gibt. Ich hatte aber eine Karte für einen Rollstuhlplatz! Ich bereitete mich schon seelisch darauf vor, des Hauses verwiesen zu werden - wäre nicht das erste Mal gewesen.



Der Billeteur ging mit der Karte zu seinem Chef. Der Chef kam zu mir und sagte: "Setzen Sie sich irgendwo hin."


So geht's auch!

Montag, 21. Juni 2010

Odysee Jazzfest Wien

Nach einigen Jahren Abstinenz aufgrund schlechter Erfahrungen Tickets zu bekommen, raffte ich mich heuer wieder auf, Rollstuhlkarten zu kaufen. Doch auch diesmal war alles chaotisch.



Auf der Programmankündigung stand, daß es die Karten beim Ticketschalter im Museumsquartier gibt. Dort erhielt ich die Auskunft, sie haben keine Karten. Dann rief ich eine Wiener Telefonnummer an, am anderen Ende meldete sich der Anrufbeantworter und ich bat um Rückruf, auf diesen warte ich jetzt schon drei Wochen! In der Zwischenzeit fand ich heraus, daß die Karten auch beim Ö-Ticket zu kaufen gibt. Ich fuhr hin, dort sagte mir der nette Mann am Schalter, daß ich hier zwar normalerweise richtig sei, doch die Rollstuhlkarten darf er mir nicht verkaufen, und gab mir eine Telefonnummer von den Bundestheatern. Da ich bei den Bundestheatern befürchten mußte, zu diversen Stellen weiterverbunden zu werden, fuhr ich direkt hin. Der Herr am Schalter schaute im Computer nach und sagte mir, daß diese Veranstaltung nichts mit den Bundestheatern zu tun hat und es deshalb bei ihm keine Karten für Rollstuhlfahrer gibt. Ich zeigte ihm die Telefonnummer, er rief bei dieser Stelle an, dort erfuhr er und in weiterer Folge ich, daß die Bundestheater für das Jazzfest Wien keine Rollstuhlkarten verkaufen.


Na super - das Chaos des letzten Versuchs setzt sich dieses Jahr fort - die Verantwortlichen haben anscheinend kein Interesse an Rollstuhlfahrer Karten zu verkaufen, obwohl die Staatsoper zwölf!!! genehmigte Rollstuhlplätze hat.



Letztendlich hatte der Herr am Ticketschalter die rettende Idee. Er zog unterm Tisch eine Telefonnummer hervor, rief an und - siehe da - es gibt für Rollstuhlfahrer Karten, aber nur wenn man im Besitz einer Kreditkarte ist!



Für diese Odysee war ich zwei Wochen unterwegs - die Kartenrechnung hatte ich in zwei Minuten auf meinem Handy.



Ein Bekannter fragte mich danach, warum gerade Rollstuhlfahrer nicht über Internet ihre Karten kaufen können, gerade für diese Personengruppe wäre das Internet so praktisch.


Diese Frage möchte ich gerne an die Verantwortlichen des Jazzfest Wien weiterleiten, ich weiß keine Antwort auf die Frage, das einzige was ich weiß ist, daß ich über diese Strategie ziemlich verärgert bin.

Mittwoch, 2. Juni 2010

Rollstuhl bitte an der Garderobe abgeben!

Kulturgenuss mit Hürden

In den letzten Jahren wurde das Wiener Veranstaltungsgesetz und das Veranstaltungsstättengesetz für RollstuhlfahrerInnen zwar verbessert. Der Weg zum vergnüglichen Kunstgenuss kann sich dennoch als wenig erfreulich erweisen. Die ersten Hürden stellen sich manchmal schon beim Kauf der Eintrittskarte. Kornelia Götzinger ist Expertin für bauliche Barrieren, kritische Stadtbenutzerin im Rollstuhl und Kulturliebhaberin. So manche ihrer Erfahrungen im kulturellen Alltag lassen sich in die Rubrik "Absurdes Theater" einordnen.

Der Ticket-Marathon
Jazzfest Wien. Die ersten Veranstaltungsplakate sind zu sehen. Ich finde ein detailliertes Programm mit den Adressen aller Vorverkaufsstellen und freue mich auf einige Konzerte. Um Karten zu erstehen, fahre ich zur Verkaufsstelle neben der Staatsoper, von der ich weiß, dass sie stufenlos erreichbar ist. An der Kasse verlange ich je eine Rollstuhlkarte für drei Konzerte. Die Dame an der Kasse erklärt mir, dass sie keine Rollstuhlkarten verkaufen könne. Wo ich die Karten bekomme, kann sie mir nicht sagen. Ziemlich frustriert ziehe ich von dannen.

Einige Tage später starte ich einen neuen Versuch und steuere die barrierefreie Verkaufsstelle im Museumsquartier an. Dort erklären mir die Mitarbeiter sehr nett und gleichzeitig tröstend, dass sie keine Rollstuhlkarten in ihrem Sortiment haben. Es gäbe zwar welche, doch müsse ich mich direkt an den Veranstalter wenden. Sie drücken mir einen Zettel mit der Internetadresse in die Hand. Auf der Website des Veranstalters finde ich eine Email-Adresse, an die ich sogleich eine Anfrage schicke, wohin ich fahren muss, um zu den gewünschten Rollstuhlkarten zu kommen. Als Antwort wird mir mitgeteilt, ich möge mich doch bitte an das Kartenbüro im 9. Bezirk wenden. Gesagt, getan. Vorsorglich reserviere ich dort gleich die Karten per Email. Im Rückmail erfahre ich, dass die Karten persönlich sobald wie möglich abzuholen sind, ansonsten werden sie an andere RollstuhlfahrerInnen weitergegeben.

Also fahre ich am nächsten Tag zum Kartenbüro und traue meinen Augen nicht. Der Eingang hat eine Stufe! Ich bin kurz vor einem Nervenzusammenbruch. Da ich keine Passanten sehe, die mir über die Stufe helfen könnten, zücke ich mein Handy und rufe im Kartenbüro an. Zum Glück habe ich die Telefonnummer dabei. Ein Mitarbeiter kommt heraus. Er ist zwar mit mir, meinem Rollstuhl und der Stufe etwas überfordert, aber irgendwie schaffen wir es dann doch ins Verkaufslokal. Über den Hausflur wäre ich ohne Stufen ins Kartenbüro gelangt, wird mir gesagt. Ein super Tipp, der leider aber gar nichts nützt, wenn beim Geschäftseingang kein entsprechender Hinweis hängt. Nachdem ich die Karten eingesteckt habe, frage ich noch, wie viele Rollstuhlkarten schon verkauft wurden. "Sie sind die erste", lautet die Antwort. Und auch die einzige, wie sich bei den Konzerten dann herausstellte. Das wundert mich nicht.

Autorin: Kornelia Götzinger
entnommen dem Buch: Mainual - barrierefreie Öffentlichkeitsarbeit