Montag, 21. Juni 2010

Odysee Jazzfest Wien

Nach einigen Jahren Abstinenz aufgrund schlechter Erfahrungen Tickets zu bekommen, raffte ich mich heuer wieder auf, Rollstuhlkarten zu kaufen. Doch auch diesmal war alles chaotisch.



Auf der Programmankündigung stand, daß es die Karten beim Ticketschalter im Museumsquartier gibt. Dort erhielt ich die Auskunft, sie haben keine Karten. Dann rief ich eine Wiener Telefonnummer an, am anderen Ende meldete sich der Anrufbeantworter und ich bat um Rückruf, auf diesen warte ich jetzt schon drei Wochen! In der Zwischenzeit fand ich heraus, daß die Karten auch beim Ö-Ticket zu kaufen gibt. Ich fuhr hin, dort sagte mir der nette Mann am Schalter, daß ich hier zwar normalerweise richtig sei, doch die Rollstuhlkarten darf er mir nicht verkaufen, und gab mir eine Telefonnummer von den Bundestheatern. Da ich bei den Bundestheatern befürchten mußte, zu diversen Stellen weiterverbunden zu werden, fuhr ich direkt hin. Der Herr am Schalter schaute im Computer nach und sagte mir, daß diese Veranstaltung nichts mit den Bundestheatern zu tun hat und es deshalb bei ihm keine Karten für Rollstuhlfahrer gibt. Ich zeigte ihm die Telefonnummer, er rief bei dieser Stelle an, dort erfuhr er und in weiterer Folge ich, daß die Bundestheater für das Jazzfest Wien keine Rollstuhlkarten verkaufen.


Na super - das Chaos des letzten Versuchs setzt sich dieses Jahr fort - die Verantwortlichen haben anscheinend kein Interesse an Rollstuhlfahrer Karten zu verkaufen, obwohl die Staatsoper zwölf!!! genehmigte Rollstuhlplätze hat.



Letztendlich hatte der Herr am Ticketschalter die rettende Idee. Er zog unterm Tisch eine Telefonnummer hervor, rief an und - siehe da - es gibt für Rollstuhlfahrer Karten, aber nur wenn man im Besitz einer Kreditkarte ist!



Für diese Odysee war ich zwei Wochen unterwegs - die Kartenrechnung hatte ich in zwei Minuten auf meinem Handy.



Ein Bekannter fragte mich danach, warum gerade Rollstuhlfahrer nicht über Internet ihre Karten kaufen können, gerade für diese Personengruppe wäre das Internet so praktisch.


Diese Frage möchte ich gerne an die Verantwortlichen des Jazzfest Wien weiterleiten, ich weiß keine Antwort auf die Frage, das einzige was ich weiß ist, daß ich über diese Strategie ziemlich verärgert bin.

Keine Kommentare:

Kommentar posten